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Albanien im Juni 2009

TiranaRoute

 

Der Anlass für diese Tour war ein besonderer. Mein österreichischer Freund Karl unterstützt seit vielen Jahren die albanische Familie eines ehemaligen Kollegen, welche in Tirana wohnt. Karl frug mich, ob ich nicht Lust hätte, den Sohn dieser Familie mit ihm zusammen nach Österreich zu holen, wo er ein Fußballcamp gesponsert bekommt.

Da ich noch nie in Albanien war, sagte ich natürlich zu. Einen kleinen Wehmutstropfen gab es dabei aber, denn meine bessere Hälfte konnte aus verschiedenen Gründen nicht mitfahren.

 

So startete ich allein an einem Freitag zur großen Tour Richtung Süden. Zunächst ging es durch Tschechien Richtung Linz. Die Autobahnen A1 und A9 brachten mich zum ersten Übernachtungsplatz beim Sportzentrum in 8783 Gaishorn am See in der Steiermark.

Stellpl_GaishornIMG_6830Stellpl_GaishornIMG_6832Koordinaten: N 47.48637° O15.47724°

Tageskilometer: 504

 

 

 

 

 

 

Nach einer ruhigen Nacht fuhr ich weiter auf der A9 bis zur Abfahrt Gersdorf, um über Mureck nach Slowenien einzureisen. Vignettenfrei ging es über Lenert und Ptuj hinein nach Kroatien und auf die Autobahn Richtung Dubrovnik. In Maslenica verließ ich diese, um auf dem Autocamp Pisak in Seline zu übernachten.

CP_SelineIMG_6850CP_SelineIMG_6847Koordinaten: N 44.27352° O 15.47724°

Tageskilometer: 552

 

 

 

 

 

AB_Kroatien.72.Tag.Kroatien_KrkaIMG_6857AB_Kroatien.9

Der nächste Tag gestaltete sich als Mehrländerfahrt. Zunächst ging es weiter auf der Autobahn bis zur Abfahrt Ravča.

2.Tag.Kroatien_IMG_68632.Tag.Kroatien_IMG_6862

 

Hier endet vorerst die Autobahn. Auf schmaler und kurvenreicher Bergstraße geht es langsam voran.

 

 

 

 

DubrovnikIMG_6865DubrovnikIMG_6867

 

Bevor Dubrovnik erreicht wird, fährt man ein kurzes Stück (ca. 14 km) durch Bosnien und Herzegowina. Etwa 50 km weiter erfolgt der Grenzübertritt nach Montenegro.

 

 

 

MontenegroIMG_6874MontenegroIMG_6875

 

Nach kurzer Fahrt bis zur Bucht von Kotor ging es mit der Fähre ans andere Ufer, um die Umfahrung der gesamtem Bucht zu vermeiden.

 

 

 

Weiter ging die Fahrt über Podgorica Richtung albanische Grenze. Die Straße zwischen Tuzi und dem Grenzübergang Hani i Hoti ist mit Vorsicht zu befahren. Schmal, kurvenreich, schlechter Zustand und es kommen eventuell große Tracks entgegen. Einmals musste ich ca. 200 Meter rückwärts fahren, da ein Sattelschlepper nicht vorbei kam.

Der Straßenzustand auf albanischer Seite verschlechterte sich derart, dass nur ca. 30-40 km/h empfehlenswert sind. Erst ab Shkodër (gesprochen Schkodra) wird die Fahrbahn wieder gut.

Da es mittlerweile schon finster war, legte ich kurz hinter Shkodër eine Übernachtung ein.

Tageskilometer: 614

Nachdem ich gründlich ausgeschlafen hatte, nahm ich die letzten Kilometer nach Tirana unter die Räder.

Strasse_nach_TiranaIMG_6884Strasse_nach_TiranaIMG_6885Strasse_nach_TiranaIMG_6887

Am Stadtrand angekommen, wollte ich meine Ankunft den albanischen Freunden telefonisch mitteilen. Hier begannen die ersten Probleme dieser Tour. Die mir übermittelte Telefonnummer stellte sich als nicht korrekt heraus. Also versuchte ich, so weit wie möglich ins Stadtzentrum zu fahren. An dieser Stelle sei erwähnt, dass das Navigationsgerät in Albanien kaum nur die Hauptstraßen kennt, also eine adressgenaue Routenführung nicht möglich ist. Ich versuchte mich mit Durchfragen, was sich aber auf Grund der fehlenden Kenntnis der albanischen Sprache recht schwierig gestaltete. Letztlich gelang es aber, mit Hilfe freundlicher Polizisten und anderer hilfsbereiter Menschen, mein Ziel zu erreichen.

Die Begrüßung durch meine albanischen Freunde gestaltete sich in aller Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit.

Tageskilometer: 71

Die folgenden Tage sollten dazu dienen, mir Land und Leute näher zu bringen. Das gelang anfänglich auch ganz gut. Leider spielte dann aber das Schicksal seine besondere Rolle.

Mein österreichischer Freund Karl erkrankte ernsthaft und damit geriet unser ganzer Plan durcheinander.

Auf Empfehlung der Ärzte des Militärhospital von Tirana wurde Karl per Ambulanzflugzeug zurück nach Österreich gebracht.

 

Mein gesamter Aufenthalt in Tirana währte eine Woche, in welcher ich auch Gelegenheit hatte, etwas von der Stadt und der näheren Umgebung kennen zu lernen. So konnte ich den albanischen Straßenverkehr, den ich als chaotisch bezeichne, mit einem kleinen Renault selbst erfahren. Mein Fazit: Nur wer wirklich starke Nerven hat, sollte sich in dieses Abenteuer stürzen. Der oftmals sehr schlechte Straßenzustand leistet dabei seinen eigenen Beitrag.

TiranaIMG_6891TiranaIMG_6932TiranaIMG_6962

DurresIMG_6970DurresIMG_6969Tirana_DajtiIMG_6946

SchlossIMG_6974Tirana_DajtiIMG_6948Tirana-FreundeIMG_6892

Da aber das eigentliche Ziel meiner Reise nicht erreicht werden konnte, brach ich die Tour ab und machte mich auf die Heimreise.

Dabei nutzte ich den südwestlich von Shkodër gelegenen Grenzübergang in Muriqan, um nach Montenegro zu gelangen.

Koordinaten: N 42.01722° O 19.37361°

BruckeIMG_6989GrenzeIMG_6992

 

Die Straße dahin ist zwar schmal und kurvenreich, dafür aber in einem relativ guten Zustand. Somit würde ich diesem Übergang dem in Hani i Hoti den Vorrang einräumen.

 

 

 

 

Weiter ging es über Stari Bar in Richtung Herceg Novi auf die Strecke, die ich bei der Herfahrt bereits nutzte.

Mit zwei Übernachtungen und 1662 km erreichte ich am dritten Tag gegen Abend wohlbehalten mein zu Hause.

 

Somit beendete ich nach 13 Tagen und insgesamt 3.413 Kilometern diesen Ausflug in das mir bis dahin unbekannte Albanien immerhin mit dem Vorhaben, im nächsten Jahr einen neuen Anlauf zu unternehmen. Dann allerdings mit meiner besseren Hälfte an Bord.

 

Hier noch ein paar Angaben zu Maut, Vignette, Gebühren usw.:

 

- Die Autobahnmaut von Zagreb bis Ravča beträgt rund 48 Euro und kann problemlos mit Kreditkarte bezahlt werden.

- Die Fähre über die Bucht von Kotor kostet für ein Wohnmobil 8,50 Euro.

- An der Grenze nach Montenegro ist eine Vignette für 30 Euro (Gespann 10 Euro) zu erwerben, die ein Jahr gültig ist.

- In Albanien wird eine Straßengebühr von 2 Euro pro Tag erhoben, die bei der Ausreise entrichtet werden muss.

- Diesel kostet in Albanien ca. 93, in Montenegro 83 und in Kroatien ca. 94 Cent.

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Zuletzt aktualisiert am: 06.08.2010

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